Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges war Wagna ein beschauliches, ländliches Dorf mit etwa 270 Einwohnen. Die Situation änderte sich schlagartig, als die damalige k.k. Regierung die Bauern enteignete und auf freiem Feld praktisch über Nacht ein riesiges Flüchtlingslager errichten ließ. Am 26. November 1914 trafen die ersten polnischen Flüchtlinge ein und zu Weihnachten wurden im Flüchtlingslager Wagna bereits 14.449 Flüchtlinge gezählt. Das Lagerleben auf engstem Raum, der Wintereinbruch und Nahrungsmangel sorgten für sanitäre und zwischenmenschliche Probleme, bis das Lager durch den Bau weiterer Baracken vergrößert wurde. Am 23. Mai 1915 trat Italien in den Weltkrieg ein, das Lager Wagna wurde daraufhin ein Internierungslager für italienische Staatsbürger. Im Oktober 1915 befanden sich 21.286 italienische Flüchtlinge in der Lagerstadt Wagna. Die Überlebenden kehrten nach dem Ende des Ersten Weltkrieges unter schwierigsten Umständen wieder in ihre zerstörte Heimat zurück. An deren Stelle wurden viele deutschsprachige Bewohner aus dem ehemaligen Jugoslawien im Lager untergebracht. Nach dem Weltkrieg wurde ein Teil des Lagers abgetragen.
Das Bild zeigt die Hauptstraße im Lager Wagna 1915.
