Erinnerungsort Wagna


…Der Galgenbaum von Wagna

Im Herbst 1952 ist der historische „Galgenbaum“ von Wagna, eine mindestens 500 Jahre alte Föhre, wegen Beschädigung ihrer Wurzeln abgestorben. Dieser alte, nunmehr ganz kahle Baum, stand in Wagna am Ende der nach ihm benannten Föhrenbaumstraße bis in die 50er Jahre. Im Mittelalter wurde unter dem Baum fallweise das „hochnotpeinliche Halsgericht“ abgehalten. Der Richter verhörte im Beisein der „Schöppen“ schärfstens den Angeklagten und die Zeugen. War die Schuld erwiesen, so verkündete der Richter das Urteil, gewöhnlich ein Todesurteil, und brach dann einen Stab über dem Haupt des Sünders. Die Schöppen (Beisitzer) standen auf und warfen zum Zeichen der Zustimmung ihre Sitzbänke um, so verlangte es die Gerichtsordnung. Der Verurteilte wurde nun dem Scharfrichter (Henker) übergeben, der häufig an Ort und Stelle das Urteil vollstreckte. Der Tote blieb oft tagelang oder auch länger als abschreckendes Beispiel auf dem Galgenbaum hängen und wurde dann unter dem Hochgericht verscharrt. Die Bewohner von Wagna wichen dem Galgenbaum ängstlich aus und glaubten, dass dort die Seelen der Gehenkten als Geister umhergingen und im Grab keine Ruhe fänden, weil sie nicht in geweihter Erde bestattet wurden.

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